IG Metall Ostbrandenburg
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20.06.2021, 12:06 Uhr

Schließung Thyssenkrupp Rothe Erde in Eberswalde Ende 2021

Betriebsrat und IG Metall Ostbrandenburg erreichen sozialen Ausgleich für die Kolleginnen und Kollegen bei Rothe Erde

  • 10.05.2021
  • Aktuelles, Metall- und Elektroindustrie

In den Verhandlungen mit Arbeitgeber und Konzern über einen Sozialplan für die 72 Kolleginnen und Kollegen von Thyssenkrupp Rothe Erde (TKRE) in Eberswalde haben sich die Beschäftigten nochmal einen Erfolg erkämpft. Wie berichtet, schließt TKRE sein Werk in Eberswalde Ende 2021.

Die Beschäftigten bei Thyssenkrupp Rothe Erde in Eberswalde haben sich lange gegen die Schließung ihres Werks gewehrt. - Foto: IG Metall

Mit dem Ergebnis der unschönen Verhandlungen erhält jede/r Beschäftigte eine Abfindungssumme, die zumindest eine Zeit lang sozial absichert. Es waren sehr harte Auseinandersetzungen. Thyssenkrupp lehnte alle politischen Unterstützungen und Zukunftskonzepte der Belegschaft ab. In den Verhandlungen zum Sozialplan zogen die Arbeitgebervertreter bereits ausgehandelte soziale Zusagen einfach wieder zurück. Es blieb ein Drahtseilakt, der bis zum Schluss noch zu eskalieren drohte. Abschließend ist es jetzt gelungen, einen Sozialplan zu erstreiten, der ein Stück Sicherheit für 72 Familien bringt. Insgesamt wird die Werkschließung in Eberswalde nun mehrere Millionen Euro kosten. Auch die Auszubildenden werden abgesichert. Sie erhalten bis zum Ende ihrer Ausbildung beim neuen Arbeitgeber eine monatliche Pauschalzahlung zum Ausgleich auf die tarifliche Ausbildungsvergütung. Mit Bestehen des Facharbeiterbriefes erhält jeder Azubi noch einmal 5.000 Euro.

„Das Ziel war, den Standort zu erhalten. Der erreichte Kompromiss ist nun zumindest der teuerste Sozialplan, der jemals in der Region abgeschlossen wurde“, sagt Holger Wachsmann, Geschäftsführer der IG Metall Ostbrandenburg. „Dass wir diese hohen Summen herausholen konnten, ist der Entschlossenheit und Ausdauer der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken. IG Metall und Betriebsrat hatten trotz aller Umstände bis zum Schluss das uneingeschränkte Vertrauen der Belegschaft, die geschlossen hinter ihnen stand.