IG Metall Ostbrandenburg
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17.09.2021, 17:09 Uhr

Kampf um Tarifbindung

Boryszew-Beschäftigte in Prenzlau warten weiter auf Tarifverhandlungen

  • 09.05.2018
  • Aktuelles, Boryszew Oberflächentechnik

Mit ihrem ersten Warnstreik haben die Beschäftigten bei Boryszew Oberflächentechnik Deutschland in Prenzlau ihre Geschäftsführung am Freitag, 4. Mai, eindringlich zur Aufnahme von Tarifverhandlungen aufgefordert. Bislang aber blieben Reaktionen des Arbeitgebers aus. Während die Chefetage weiter schweigt, wie der Uckermark Kurier am Mittwoch berichtete, hat die Situation der Boryszew-Beschäftigten in der Öffentlichkeit inzwischen weite Kreise gezogen.

Von überall her gingen Solidaritätsbekundungen ein, die SPD verschickte eine Pressemitteilung an die Medien, mit der sie sich auf die Seite der Beschäftigten schlug, die Medien berichteten landesweit über den ersten Warnstreik der Kolleginnen und Kollegen in Prenzlau. „Dadurch haben Kunden wie Mercedes, Toyoata und VW von der Unzufriedenheit im Werk gehört, genauso wie die Geschäftsleitung von Boryszew selbst“, schreibt der Uckermark Kurier am Mittwoch. Aber: „Weiter lässt die polnische Geschäftsführung von Boryszew alle Anfragen auf Tarifverhandlungen für den Standort Prenzlau unbeantwortet und beharrt auf ihren Mindestlohn“, heißt es darin weiter.

Die IG Metall fordert für die rund 340 Beschäftigten des Autombilzulieferers die Tarifbindung. „Die Kolleginnen und Kollegen haben auch in schwierigen Zeiten immer angepackt und die Produktion selbst unter widrigen Bedingungen aufrecht erhalten. Sie leisten qualitativ hochwertige Arbeit, die endlich auch entsprechend bezahlt werden muss“, sagte Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. „Wir hoffen, dass die Geschäftsführung endlich einlenkt und gesprächsbereit ist.“

Andernfalls sind die Beschäftigten, auch vor dem Hintergrund der großen Solidaritätswelle entschlossen, sich ihren Tarifvertrag und damit Gerechtigkeit mit allen ihnen legal zur Verfügung stehenden Mitteln zu erkämpfen. An eine Friedenspflicht sind sie nicht gebunden.

Berichterstattung
Uckermark Kurier, 9. Mai 2018

Uckermark TV, 9. Mai 2018