IG Metall Ostbrandenburg
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05.06.2020, 21:06 Uhr

CORONA - VIRUS | KRISENBEWÄLTIGUNG

Geschäftsstelle der IG Metall Ostbrandenburg unterstützt Beschäftigte mit zahlreichen Neuerungen und Hilfsangeboten

  • 17.04.2020
  • Recht & Rechtsschutz, Aktuelles aus der Geschäftsstelle, Aktuelles, "Corona-Virus" & Mitbestimmung

Infolge der Corana-Krise haben zahlreiche Unternehmen in Ostbrandenburg ihren Betrieb mittlerweile eingeschränkt oder eingestellt. Das stellt nicht nur die Beschäftigten und Betriebsräte, sondern auch die Geschäftsstelle der IG Metall Ostbrandenburg vor besondere Herausforderungen. Auf die sprunghafte Nachfrage der Mitglieder nach Unterstützung in dieser Krise reagiert die Geschäftsstelle mit zahlreichen Neuerungen und Hilfsangeboten.

Foto: Volker Wartmann

„Kurzarbeit, Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung, Angst vor Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens oder sogar Kündigungen – die Verunsicherung bei vielen Beschäftigten ist derzeit sehr groß. Es gibt viele, die im Moment um ihren Arbeitsplatz fürchten. Und selbst wenn sie „nur“ von Kurzarbeit betroffen sind, machen sie sich große finanzielle Sorgen“, sagt Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. „Bei Kurzarbeit haben die Kolleginnen und Kollegen dramatische Einkommenseinbußen zwischen 33 und 40 Prozent ihres Nettoentgeltes. Während die Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung erstattet bekommen, gehen die Beschäftigten leer aus. Das geht überhaupt nicht. Wir fordern von der Politik eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent.“

Gute Tarifverträge stärken die Position der Beschäftigten in der Krise

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, schrieben die IG Metall Ostbrandenburg und viele Betriebsräte die Bundestagsabgeordneten direkt an. Einige antworteten, bei anderen kam bis heute keine Antwort. „Wir dulden es nicht, dass so viele Menschen in die Situation gebracht werden, ihre Miete nicht mehr zahlen zu können. Deshalb unterstützen wir da, wo wir Betriebsräte haben, die Vereinbarungen zur Kurzarbeit auch so, dass die Menschen wenigstens auf 80 Prozent ihres Netto-Lohns kommen und parallel wird die gesamte IG Metall weiter Druck auf die Politik ausüben“, so Wachsmann. In einigen Betrieben gelang es Betriebsräten und IG Metall sogar, die Einkommen bei 90 Prozent und mehr zu sichern. Dabei wird sehr deutlich, dass gute Tarifverträge und das Durchsetzen der Mitbestimmung durch die Betriebsräte die Position der Beschäftigten deutlich stärken.

IG Metall-Geschäftsstelle in Frankfurt (Oder) ist weiterhin erreichbar

Trotz und gerade wegen der Corona-Krise mit ihren neuartigen und komplexen Aufgabenstellungen ist die Geschäftsstelle in Frankfurt (Oder) nun fast durchgehend erreichbar. Zwar findet in der Geschäftsstelle derzeit nur ein eingeschränkter Besucherverkehr statt, sie ist aber dennoch weiter von Montag bis Freitag tagsüber besetzt. Für alle Fragen rund um den Mitglieder- und Beitragsservice, können Mitglieder dadurch weiter auf allen gewohnten wegen Kontakt aufnehmen. Um das auch im möglichen Falle einer Infektion eines Mitarbeiters garantieren zu können, arbeitet die Geschäftsstelle seit einigen Wochen vorsorglich in festen Zweier- beziehungsweise Dreierteams immer abwechselnd vom Home Office aus und in der Geschäftsstelle vor Ort.

„Dadurch können wir eine kontinuierliche und komplette telefonische Erreichbarkeit in unserer Geschäftsstelle gewährleisten und auch schnelle individuelle Rechtsberatungen ermöglichen“, so Wachsmann. Rechtsberatungen zu Fragen wie beispielsweise mobilem Arbeiten, befristeten Arbeitsverträgen, der Kinderbetreuung, Krankheit während Kurzarbeit, Umsetzung des Gesundheitsschutzes und der Übernahme nach der Ausbildung sind in der jetzigen Situation beispielhaft einige Themen zu denen IG Metall Ostbrandenburg besonders berät.

Geschäftsstelle Ostbrandenburg baut ihre Internetpräsenz aus

Um so viele Mitglieder wie möglich kontinuierlich und umgehend mit neusten Informationen versorgen zu können, baut die Geschäftsstelle ihre Präsenz im Internet seit einigen Wochen massiv aus. Gleich ganz oben auf der Internetseite können Besucher der Internetseite www.igmetall-ostbrandenburg.de unter dem Titel „Corona-Virus: aktuelle Informationen und Handlungshilfen“ zahlreiche Dokumente und Links aufrufen. Diese sind inhaltlich gegliedert unter „Rechtliche Informationen für Betriebsräte und JAV“, „Informationen für Mitglieder Beschäftigte und Auszubildende“ und „Aktivitäten von Staat und Behörden“.

Alle zwei, drei Tage verschickte die Geschäftsstelle aktuelle Newsletter und Schnellinfos an die Betriebsräte. Dazu gehören beispielsweise Mustervereinbarungen für Betriebsvereinbarungen zu Kurzarbeit und mobilem Arbeiten, Handlungsempfehlungen, Aushänge und rechtliche Hinweise für die Betriebsräte.

Auch die Mitglieder werden in kurzem Rhythmus mit Schnellinfos via E-Mail über aktuelle Neuigkeiten informiert. Die Mitglieder, die bisher keine E-Mail-Adresse hinterlegt haben, schrieb die Geschäftsstelle im März auf postalischem Wege mit der Bitte an, ihr für einen besseren Informationsfluss eine E-Mail-Adresse zukommen zu lassen.

Die IG Metall ist auch vor Ort in den Betrieben präsent

Selbstverständlich sind die Gewerkschaftssekretäre der Geschäftsstelle auch vor Ort in den Betrieben präsent, um die Betriebsräte im Falle anstehender Kurzarbeit bei den Verhandlungen mit den Arbeitgebern zu unterstützen. Auch hier zahlen sich die betrieblichen Erfahrungen, auch bei Krisenbewältigungen, des Teams in der Verwaltungsstelle aus. „Manchmal hat man allerdings den Eindruck, dass bei einigen Arbeitgebern jetzt in der Krise sämtliche Hemmungen fallen, was ein faires Miteinander angeht. Gerade in solche Fällen ist es wichtig, dass wir als IG Metall bei den Verhandlungen über Betriebsvereinbarungen vor Ort mit am Tisch sitzen“, sagt Holger Wachsmann. „Jedoch fragen uns vereinzelt auch Arbeitgeber um Rat, wie das Prozedere rund um Kurzarbeit funktioniert. Eine solche Situation ist ja für sehr viele absolutes Neuland.“

Die vergangenen Wochen erforderten von der Geschäftsstelle Ostbrandenburg noch mehr Einsatz und Arbeit als bisher. Holger Wachsmann: „Dieser Einsatz ist in dieser Situation absolut notwendig. Das kostet viel Zeit und Kraft, aber viele Leute sind uns dafür sehr dankbar.“