Betriebsratswahlen 2026

„Ich engagiere mich als Betriebsrat, weil mir der Standort und die Leute hier wichtig sind.“

23.02.2026 | Wenn im ArcelorMittal-Stahlwerk in Eisenhüttenstadt vom 9. bis 16. März ein neuer Betriebsrat gewählt wird, steht Dirk Vogeler wieder auf der Kandidatenliste. Der gebürtige Eisenhüttenstädter arbeitet bereits seit mehr als vier Jahrzehnten im Stahlwerk und setzt sich seit langem aktiv für gute Arbeitsbedingungen ein. Seit 1998 engagiert er sich im Betriebsrat, vor allem aus einem Grund: „Ich mache das, weil mir der Standort und die Leute hier wichtig sind und am Herzen liegen.“

Dirk Vogeler, Betriebsratsvorsitzender im ArcelorMittal-Stahlwerk in Eisenhüttenstadt, engagiert sich bereits seit 1998 im Betriebsrat des Unternehmens. - Foto: Volker Wartmann

Die Beschäftigten im Stahlwerk Eisenhüttenstadt haben seit der Wende bereits mehrere große Herausforderungen und existentielle Krisen gemeistert. Dass wir das geschafft haben, liegt zu wesentlichen Teilen an unserem traditionell starken Betriebsrat und unserer geeinten, unter dem Dach der IG Metall organisierten Belegschaft.

Unsere Erfolge als Interessenvertretung in der Vergangenheit zeigen, wie wichtig und wirksam gute Mitbestimmungsmöglichkeiten im Betrieb für die Beschäftigten sind. Wir müssen diese mit aller Kraft erhalten und ausbauen, denn sie garantieren, dass wir als Betriebsrat die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kolleginnen und Kollegen positiv beeinflussen können.

Als Betriebsrat möchte ich für sämtliche Kolleginnen und Kollegen da sein. Der Betriebsrat ist für alle da, nicht nur für die Lauten. Ich habe oft erlebt: Gerade die, die am meisten Hilfe brauchen, melden sich am seltensten. Die dürfen wir nicht vergessen. 

Die letzten Jahre waren kein Spaziergang für uns – ich sage nur die Stichworte: Energiepreise, Unsicherheit, Diskussionen über Zukunft, Sparprogramme. Wir müssen der Realität ins Auge schauen: Die Zeiten bleiben schwierig. Aber genau dann darf ein Betriebsrat nicht leiser, sondern muss lauter und klarer werden. Meine unverrückbare Haltung lautet: Erst die Arbeitsplätze. Alles andere kommt danach. Denn am Ende hängt alles an einer Frage: Gibt es hier morgen noch Arbeit – für uns, für unsere Kinder, für den Standort?

Ich habe kein Verständnis dafür, wenn immer zuerst beim Personal gespart wird. Der Standort lebt von den Leuten, nicht von Excel-Tabellen. Darum fordere ich unmissverständlich: Es darf keine betriebsbedingten Kündigungen geben und Veränderungen nur mit klaren sozialen Regeln. Wir brauchen klare Konzepte statt bloßer Sparprogramme.

Wissen hält unseren Standort am Leben. Neue Technik kommt – ob wir wollen oder nicht. Darum brauchen wir gute Schulungen und Weiterbildungen, die den Beschäftigten wirklich etwas bringen und eine zeitgemäße, gute Ausbildung für unsere Auszubildenden. Denn eins ist klar: Wenn das Know-how hier wegbricht, dann bricht auch der Standort weg.

Ebenso klar ist: Wenn wir eine Zukunft für die Stahlindustrie in Deutschland und Europa haben wollen, braucht es unbedingt stabile und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Denn viele Dinge werden nicht mehr im Werk entschieden. Sondern in Berlin, Brüssel oder in der Konzernzentrale. Darum müssen wir uns bei der Politik auf Landes-, Bundes- und Europaebene Gehör verschaffen. Als Betriebsrat suche ich das Gespräch mit den Entscheidern auf diesen Ebenen und versuche, sie hartnäckig mit unseren stichhaltigen Argumenten zu überzeugen. Ich will an den entscheidenden Stellen mitreden, wenn es um unsere Zukunft geht.

Wenn wir unsere Kräfte bündeln, solidarisch handeln und gemeinsam für unsere Interessen eintreten, schaffen wir die Voraussetzungen, auch kommende Herausforderungen zu meistern. Mit Mut, Verbindlichkeit und Zusammenhalt können wir den Standort Eisenhüttenstadt stärken, Arbeitsplätze sichern und eine gute Zukunft für die Beschäftigten gestalten. Darin sehe ich unsere Aufgabe als Interessenvertretung der Beschäftigten auch in den kommenden Jahren. Dabei bauen wir als Betriebsrätinnen und Betriebsräte auch auf die enge Zusammenarbeit mit den Vertrauensleuten und der IG Metall. Denn gemeinsam sind wir am stärksten und durchsetzungsfähigsten.“

 

Dirk Vogeler arbeitet sein gesamtes Arbeitsleben im heutigen ArcelorMittal-Stahlwerk in Eisenhüttenstadt. Hier begann er 1979 eine Ausbildung zum Zerspanungsfacharbeiter. Im Betriebsrat engagiert er sich seit 1998. Seit 2019 ist er Vorsitzender des 21-köpfigen Gremiums. Für diese Tätigkeit ist er freigestellt. Außerdem ist Dirk Vogeler überbetrieblich im Konzernbetriebsrat, im Europäischen Betriebsrat und im Aufsichtsrat von ArcelorMittal aktiv. Der überzeugte Metaller ist gewähltes Mitglied der Delegiertenversammlung der IG Metall Ostbrandenburg und engagiert sich zudem ehrenamtlich im Ortsvorstand der IG Metall Ostbrandenburg.

 

Von: vw

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