Gemeinsame Delegiertenversammlung Ostbrandenburg und Cottbus

Kooperationsgeschäftsstellen sind gut aufgestellt für die Herausforderungen 2026

14.12.2025 | Betriebsratswahlen, Tarifrunden und die herausfordernde politische Lage – die IG Metall Cottbus und Ostbrandenburg gehen die großen Themen im neuen Jahr mit viel Schwung an. Das ist der Tenor der gemeinsamen Delegiertenversammlung der Kooperationsgeschäftsstellen, die am 13. Dezember in Cottbus stattfand.

Zu ihrer gemeinsamen Delegiertenversammlung 2025 trafen sich sich die Delegierten der IG Metall-Kooperationsgeschäftsstellen Ostbrandenburg und Cottbus am 13. Dezember in Cottbus.

Berndt Gubatz (2. von links), Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Cottbus, eröffnete die Veranstaltung um kurz nach zehn Uhr.

Zu Beginn der Veranstaltung ging Holger Wachsmann, Geschäftsführer der IG Metall Ostbrandenburg und Cottbus, auf di aktuelle politische Lage ein.

Die Delegierten hören aufmerksam zu.

Ralf Köhler (rechts) informierte die Delegierten unter anderem über die neusten Entwicklungen bei Tesla.

Jörn Krumnow, Betriebsratsvorsitzender bei Sonae Arauco in Beeskow (SAB), informierte die Delegierten über den neuen Tarifvertrag bei SAB.

Pia Hink, Betriebsrätin bei ArcelorMittal, informierte die Anwesenden über die aktuelle Lage in Stahlwerk Eisenhüttenstadt.

Zum Abschluss ihres Treffens gingen die Delegierten gemeinsam auf den Cottbusser Weihnachtsmarkt.

Die Stimmung bei den Teilnehmenden war offensichtlich gut.

Die politischen Sekretäre David Summers (links) und Leon Hafki (rechts) haben Freude auf dem Weihnachtsmarkt.

Auch Maximilian Triebke von ArcelorMittal Recycling (links) und Nicole Tänzel (rechts) von der IG Metall Ostbrandenburg haben Spaß auf dem Weihnachtsmarkt in Cottbus.

Kooperationsgeschäftsstellen, die am 13. Dezember in Cottbus stattfand.

Zu Beginn des Zusammentreffens blickte Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter beider Geschäftsstellen, auf die aktuelle politische Lage. Die Einführung des Industriestrompreises zum 1. Januar 2026 wertete Wachsmann auch als Erfolg der IG Metall. „Ohne unsere vielfältigen Aktivitäten wie unseren dezentralen bundesweiten Aktionstag im März mit rund 81.000 Teilnehmenden und vielen Interventionen bei den politischen Entscheidern würde es den Industriestrompreis nicht geben“, so Wachsmann. Das Beispiel zeige auch, dass „wir gemeinsam etwas bewegen können, auch wenn das zuweilen einen sehr langen Atem braucht.“ Den, so kündigte Holger Wachsmann an, „werden wir auch bei anderen Themen haben. Einen Sozialabbau, der von Arbeitgebern immer wieder als Lösung der wirtschaftlichen Probleme ins Feld geführt wird, wird es mit uns nicht geben.“ Und auch eine Entgrenzung der Arbeitszeit wird auf entschiedenen Widerstand der IG Metall stoßen. Wachsmann bescheinigte der neuen Bundesregierung erste dringend erforderliche Schritte eingeleitet zu haben, und vom Stahl- und Automobilgipfel seien zudem wichtige Signale ausgegangen, dennoch bleibe viel zu tun, sagte Holger Wachsmann: „Von einer klugen Industriepolitik aus einem Guss sind wir noch weit entfernt.“

Betriebliche Herausforderungen
Einer der Schwerpunkte im ersten Halbjahr des neuen Jahres werden die turnusmäßig stattfindenden Betriebsratswahlen sein. Die IG Metall hat die Wahlvorstände bereits in zahlreichen Betrieben geschult und auf die Durchführung der Wahlen vorbereitet. Holger Wachsmann betonte die Bedeutung der Wahlen und motivierte die Kolleginnen und Kollegen, in ihren Betrieben Wahlwerbung für die IG Metall-Kandidatinnen und -Kandidaten zu machen. „Betriebsräte, die sich auf eine hohe Wahlbeteiligung stützen können, setzen nachweislich mehr Interessen der Belegschaft durch“, so Wachsmann. Auch auf die Wahlen der Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) im Herbst wies er bereits hin. „Jugend- und Auszubildendenvertreterinnen und -vertreter geben den jungen Kolleginnen und Kollegen eine Stimme, vertreten deren spezielle Interessen und sind überdies die Betriebsräte von morgen.“ 

Tarifrunden
In der Versammlung blickten die Delegierten außerdem kurz auf das Jahr 2025 zurück. Gegenseitig informierten sich die Metallerinnen und Metaller der Geschäftsstellen Cottbus und Ostbrandenburg über Themen und Entwicklungen in den Betrieben.

Ralf Köhler, der im regionalen Personalteam der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen angesiedelt ist, gab einen Überblick über die derzeit stattfindende Tarifrunde der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie (HVI). Die IG Metall im Bezirk verhandelt derzeit für die rund 9000 Beschäftigten in 28 Betrieben einen neuen Tarifvertrag. Tarifrunden finden 2026 außerdem in der Metall- und Elektroindustrie statt und auch die ostdeutsche Stahlindustrie geht 2026 in ihre nächste Tarifrunde.

Revierwende Lausitz
Ralf Köhler berichtete den Delegierten außerdem über die Verlängerung des DGB-Projekts Revierwende Lausitz, das mit einer Auftaktveranstaltung Anfang November in die zweite Phase gegangen ist. In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 200 Projekte angestoßen, die die Wirtschaftsregion Lausitz in die Zukunft führen sollen. „Das Projekt ist enorm wichtig, um den tiefgreifenden Wandel planbar, gerecht und sozial zu gestalten und die Beschäftigten auf diesem Weg mitzunehmen“, sagte Ralf Köhler.

Stabil aufgestellt
Die beiden Geschäftsstellen starten mit einer stabilen wirtschaftlichen Lage ins neue Jahr. „Darauf ausruhen sollten wir uns aber nicht“, so Wachsmann und forderte die ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionäre auf, in den Betrieben noch stärker für die Mitgliedschaft in der IG Metall zu werben. „Wir müssen als Organisation auch darauf achten, dass wir immer genügend Nachwuchs für uns begeistern. „Ohne eine starke IG Metall-Mitgliederbasis ist es schwerer, die gewerkschaftlichen Errungenschaften der vergangenen Jahre und Jahrzehnte immer wieder gegen Angriffe zu verteidigen“, so Wachsmann auch mit Blick auf die demografische Entwicklung beider Geschäftsstellen.

Termine 2026
Im ersten Halbjahr liegt ein Schwerpunkt auf den Betriebsratswahlen, die turnusmäßig zwischen dem 1. März und 31. Mai stattfinden. Terminiert ist auch bereits das nächste Jugend-1-Seminar der Kooperationsgeschäftsstellen. 19. bis 24. April. Auch die Termine für die nächsten Delegiertenversammlungen stehen bereits fest:

  • 19. März: Cottbus,
  • 21. März: Ostbrandenburg.

Jahresausklang bei Glühwein und Punsch
Wie auch im vergangenen Jahr war für einen größere Gruppe der Delegierten der Tag nach einem gemeinsamen Mittagessen noch nicht vorbei. Mit Zwischenstopp in der Geschäftsstelle Cottbus ging es für zahlreiche Kolleginnen und Kollegen noch zum gemeinsamen Bummel auf den Weihnachtsmarkt. Bei Glühwein und Punsch nutzten sie die Gelegenheit zum Austausch und die Kooperation der beiden Geschäftsstellen durch Gespräche zu vertiefen.

 

Von: vw/kk

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