14.09.2025 | Bei der dritten Delegiertenkonferenz 2025 der IG Metall Ostbrandenburg am 13. September, die dieses Mal im IGBCE-Bildungszentrum Kagel-Möllenhorst stattfand, standen neben Zahlen, Daten, Fakten zur Mitglieder- und Beitragsentwicklung die aktuelle politische Lage, die bevorstehende Tarifrunde Stahl und die herausfordernde Situation in zahlreichen Betrieben in der Region im Mittelpunkt der Veranstaltung. Als Gäste von der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen nahmen Ralf Köhler und Sophie Jänicke an der Delegiertenversammlung teil. Köhler informierte die Teilnehmenden über die aktuelle Situation bei Tesla, Jänicke über die bevorstehende Tarifrunde Stahl.
Zu Beginn der Veranstaltung ging Holger Wachsmann, Geschäftsführer der IG Metall Ostbrandenburg, auf die derzeitige politische Situation in Deutschland ein. Angesichts der schwierigen, wirtschaftlichen Lage mahnte er an, dass die Unternehmen dringend stabile Rahmenbedingungen von der Politik benötigen. Ohne Planungssicherheit würden Unternehmen nicht investieren, wodurch zahlreiche, weitere Arbeitsplätze gefährdet seien, so Wachsmann.
Nach der Vorstellung des aktuellen Geschäftsberichts thematisierte Wachsmann die zahlreichen Rechtsschutzfälle, die viel Zeit der Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle binden. Anschließend wies Holger Wachsmann auf die zahlreichen Weiterbildungsveranstaltungen hin, die die IG Metall Ostbrandenburg auf Wunsch ihrer Mitglieder anbiete, darunter BR-Schulungen und Seminare für Aktive.
Tarifrunde Stahl
Sophie Jänicke, zuständig für Tarifpolitik Stahl bei der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen, informierte die Delegierten über die anstehende Tarifrunde Stahl. „Diese Stahltarifrunde findet unter enorm schwierigen Umständen statt“, sagte Jänicke. „Trotz teilweise guter Auslastung befinden sich nahezu alle Stahlunternehmen in der Krise.“ Das seien schwierige Voraussetzungen für die Gewerkschaft. Obwohl die IG Metall mit keiner konkreten Lohnsteigerungsforderung in die Verhandlungen gehe, stellte Jänicke klar, dass eine Nullrunde angesichts der gestiegenen Preise für die Beschäftigten nicht hinnehmbar sei. „Gerade jetzt müssen die Arbeitgeber Verantwortung für die Branche übernehmen und alles dafür tun, um Beschäftigung, Reallöhne und Fachkräfte zu sichern. Dieser Dreiklang steht im Mittelpunkt der Tarifverhandlungen“, betonte Sophie Jänicke. „Wir erwarten einen schnellen Abschluss auf Sicht: Das heißt, eine kurze Laufzeit des neuen Tarifvertrags, um gegebenenfalls rechtzeitig nachsteuern zu können.“ Die ersten drei Verhandlungsrunden in der ostdeutschen Stahlindustrie sind für den 16., 22. und 25. September terminiert. Am 1.Oktober endet die Friedenspflicht. Ab diesem Zeitpunkt sind Warnstreiks möglich.
Berichte aus den Betrieben
Bei den Berichten aus den Betrieben stand die aktuelle Situation bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt im Mittelpunkt. Die Konzernführung hatte bereits vor einigen Monaten verkündet, die staatliche Unterstützung des DRIBE2-Förderprogramms an den Standorten Bremen und Eisenhüttenstadt nicht in Anspruch nehmen zu wollen, weil diese Investitionen nicht rentabel seien. „Die Geschäftsführung von ArcelorMittal hat seitdem noch immer kein Konzept vorgelegt, wie es zukünftig weitergehen soll“, sagte Holger Wachsmann. „Die Beschäftigten und die IG Metall fordern von der Konzern, dass sie uns endlich Antworten darauf gibt, wohin die Reise gehen soll.“
Abschließend berichteten Holger Wachsmann, der politische Sekretär David Summers und einige Betriebsräte über die aktuelle Lage in weiteren Betrieben in der Region.
Wichtiger Termin - bitte vormerken!
13. Dezember: gemeinsame Delegiertenversammlung der IG Metall-Kooperationsgeschäftsstellen Ostbrandenburg und Cottbus im Radisson Blu Hotel Cottbus, Vetschauer Straße 12, 03048 Cottbus