Tag der Mitbestimmung

IG Metall Ostbrandenburg macht die neuen Auszubildenden bei Arcelor-Mittal fit für aktive Mitbestimmung im Betrieb

03.09.2026 | So viel wie die neuen Auszubildenden bei Arcelor-Mittal über ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten im Betrieb wissen, wissen die meisten Berufseinsteigerinnen und -einsteiger in anderen Betrieben wahrscheinlich nach Abschluss ihrer Ausbildung nicht: Denn bereits am zweiten Ausbildungstag stellten sich Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall, der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), des Betriebsrats und der IG Metall-Vertrauensleute den jungen Auszubildenden vor und erläuterten ihnen ihre zahlreichen Einflussmöglichkeiten im Betrieb.

Am Tag der Mitbestimmung in der Jugendherberge an der Bremsdorfer Mühle nahmen rund 50 neue Auszubildende von Arcelor-Mittal teil. - Fotos: Volker Wartmann

Markus Rost, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) begrüßte die Teilnehmenden am Tag der Mitbestimmung.

Der politische Sekretär Leon Hafki leitete den Workshop der IG Metall Ostbrandenburg im Schatten des IG Metall-Roadmobils.

Die IG Metall-Vertrauenleute Carolin Präkels und Orestes Thielecke führten ihren Workshop ebenfalls unter freiem Himmel durch.

In ihrem Workshop informierten die Vertreterinnen und Verteter der JAV die neuen Auszubildenden über ihre Rechte und Pflichten.

Die Betriebsräte Marcel Riemer und Vadim Stroka informierten die Teilnehmenden über die Arbeit des Betriebsrats bei Arcelor-Mittal.

Zahlreiche Auszubildende nutzen die Möglichkeit, gleich vor Ort in die IG Metall einzutreten.

Auch der Betriebsratsvorsitzende Dirk Vogeler (Mitte) schaute am Vormittag beim Tag der Mitbestimmung vorbei.

Leon Hafki von der IG Metall Ostbrandenburg erläuterte den Teilnehmenden den offensichtlichen Interessenkonflikt zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Wie wichtig ein hoher Organisationsgrad ist, erklärten die IG Metall-Vertrauensleute mit Hilfe eines gemeinsam gehaltenen Wollfadens anschaulich.

Die Betriebsräte Vadim Stroka und Marcel Riemer standen den Auszubildenden Rede und Antwort.

Die stellvertretende JAV-Vorsitzende Lucy Flasch (links) hilft einem jungen Auszubildenden bei einer Frage weiter.

Kraft tanken für den Workshopendspurt beim gemeinsamen Mittagessen.

Die erste Ausbildungswoche für die neuen Azubis bei Arcelor-Mittal in Eisenhüttenstadt steht traditionell ganz im Zeichen des Kennen- und Grundlagenlernens. Dazu trafen sich die Neuen in der ersten Septemberwoche von Dienstag bis Freitag in der Jugendherberge an der Bremsdorfer Mühle im Schlaubetal. Am Mittwoch, den 2. September, dem sogenannten Tag der Mitbestimmung, übernahmen Vertreterinnen und Vertreter von der IG Metall, Betriebsrat, Vertrauensleuten und der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) die Regie; die Ausbilderinnen und Ausbilder von Arcelor-Mittal hatten an diesem Tag Pause. Die Interessenvertreterinnen und -vertreter der Arbeitnehmerseite erläuterten den jungen Leuten, wie viel und was man gemeinsam alles erreichen kann, wenn man solidarisch zusammenhält.

Und so lief der Tag der Mitbestimmung 2026 ab: Nach dem Frühstück teilten sich die rund 50 neuen Auszubildenden in vier Gruppen auf, um in vier einstündigen Workshops einen ersten Einblick in die Arbeit der IG Metall Ostbrandenburg, der JAV, des Betriebsrats und der IG Metall-Vertrauensleute zu gewinnen.

Workshop der IG Metall Ostbrandenburg

Leon Hafki, politischer Sekretär bei der IG Metall Ostbrandenburg und zuständig für die Jugendarbeit, stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn seines Workshops im Schatten des IG Metall-Roadmobils bei heiterem Spätsommerwetter die großen Errungenschaften der Gewerkschaft in den vergangenen Jahrzehnten vor: Tarifvertrage, faire Löhne, 35-Stunden-Woche konnten nur erreicht werden, weil sich viele Kolleginnen und Kollegen geschlossen und gemeinsam mit der IG Metall dafür engagiert hätten, so Hafki.

„Um solche Erfolge erreichen zu können, ist es sehr wichtig, dass alle Beschäftigten in der Gewerkschaft sind. Wenn nicht nahezu alle Kolleginnen und Kollegen bei Arcelor-Mittal IG Metall-Mitglieder wären, hätten sie dort nicht so gute Arbeitsbedingungen“, so Hafki. „Das liegt an der starken IG Metall im Werk. In Betrieben, in denen die IG Metall nicht so stark ist, sind die Arbeitsbedingungen lange nicht so gut.“

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen sei eine starke IG Metall unverzichtbar, betonte Hafki. „Die Arbeitgeber versuchen, ihre Interessen auf Kosten der Beschäftigten durchzusetzen. Gerade jetzt heißt es für uns zusammenzuhalten: Nur gemeinsam sind wir stark.“

Workshop der JAV

Von der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), die den Tag der Mitbestimmung organisiert ahtten, waren vier Vertreterinnen und Vertreter vor Ort: der JAV-Vorsitzende Markus Rost, seine Stellvertreterin Lucy Flasch sowie Lindsay Löwe und Marvin Fischer. Sie stellten die Aufgaben und Erfolge der JAV bei Arcelor-Mittal vor. „Die JAV achtet darauf, dass der Arbeitgeber seine Pflichten und Aufgaben gegenüber den Auszubildenden einhält“, erläuterte Markus Rost. Zu den Rechten der Auszubildenden gehöre beispielsweise, dass sie keine ausbildungsfremden Tätigkeiten und keine Akkordarbeit machen dürften, so Rost. „Wenn ihr Fragen zu Ausbildungsinhalten habt, Rat braucht oder Schwierigkeiten mit euren Ausbildern habt, sind wir euer erster Ansprechpartner. Wir sind 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für euch da“, sagte Lucy Flasch. „Ihr habt das Recht, uns auch während der Arbeitszeit zu kontaktieren und aufzusuchen. Dafür müsst ihr euch nur bei eurem Ausbilder abmelden.“

Workshop des Arcelor-Mittal-Betriebsrats

Die Betriebsräte Vadim Stroka und Marcel Riemer stellten den Teilnehmenden den Aufbau und die Aufgaben des Betriebsrats bei Arcelor-Mittal vor. „Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber, bringt Demokratie in die Arbeitswelt und sorgt für sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen“, sagte Betriebsratsvorsitzende Marcel Riemer. Darum sei es wichtig, dass der Betriebsrat eine starke Stellung im Unternehmen habe. „Der Betriebsrat bei uns hat in sehr vielen Punkten ein Mitspracherecht und entscheidet beispielsweise mit, wenn es um Schichtpläne, Einstellungen oder Kündigungen geht“, erläuterte Betriebsrat Vadim Stroka. Zu einigen der Errungenschaften, die der Betriebsrat in der Vergangenheit durchgesetzt hat, gehören beispielsweise auch die Lehrmittelfreiheit, die Durchführung der Kennenlernwoche und das Waschen der Arbeitskleidung vom Betrieb.

Workshop der IG Metall-Vertrauensleute

Als Vertreterinnen der IG Metall-Vertrauensleute waren Carolin Präkels und Orestes Thielecke bei diesem Workshoptag dabei. „Vertrauensleute sind Ansprechpartner und Stimme der IG Metall-Mitglieder im Betrieb“, erläuterte Vertrauensfrau Carolin Präkels. „Sie haben immer ein offenes Ohr und setzen sich für ihre Kolleginnen und Kollegen ein, im Betrieb und in den Gremien der IG Metall. Vertrauensleute sind quasi das Sprachrohr der Mannschaft. Und in Tarifrunden informieren, beteiligen und mobilisieren sie die Belegschaft.“ Orestes Thielecke erklärte den Teilnehmenden, was Organisationsgrad bedeutet und wie wichtig ein hoher Organisationsgrad unter den Beschäftigten im Betrieb ist. „Nur wenn wir ganz viele Metallerinnen und Metaller im Betrieb sind, können wir unsere Errungenschaften verteidigen und Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen“, unterstrich Vertrauensmann Thielecke.

Überzeugt von den zahlreichen, starken Argumenten für eine IG Metall-Mitgliedschaft füllten die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bis dahin noch nicht Mitglied in der IG Metall waren, im Anschluss an die Workshops umgehend einen Mitgliedsantrag aus.

Der informative Tag klang mit Spielen am Nachmittag und anschließendem Grillabend im Garten der Jugendherberge fröhlich aus. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekundeten bereits an diesem Tag ihr Interesse, demnächst bei der JAV, im Ortsjugendausschuss oder bei den Vertrauensleuten mitmachen und mitgestalten zu wollen.

 

Von: vw

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