09.09.2025 | Was manche Kolleginnen und Kollegen in Sachen Mitbestimmungsmöglichkeiten im Betrieb in vielen Berufsjahren nicht mitbekommen, lernen die Auszubildenden im ArcelorMittal-Stahlwerk Eisenhüttenstadt bereits in der ersten Woche ihrer Ausbildung: Am so genannten Tag der Mitbestimmung erfuhren sie am 4. September in mehreren Workshops von Vertreterinnen und Vertretern von der IG Metall, Betriebsrat, IG Metall-Vertrauensleuten und der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), wie umfangreich ihre Mitbestimmungs- und Einflussmöglichkeiten im Betrieb sind.
Die erste Ausbildungswoche steht für die neuen Azubis im ArcelorMittal-Stahlwerk in Eisenhüttenstadt traditionell ganz im Zeichen des Kennen- und Grundlagenlernens. Dazu trafen sich die Neuen in der ersten Septemberwoche 2025 von Montag bis Freitag in der Jugendherberge an der Bremsdorfer Mühle im Schlaubetal. Am Donnerstag stand das Thema Mitbestimmung auf dem Programm. An diesem Tag übernahmen Vertreterinnen und Vertreter von der IG Metall, Betriebsrat, Vertrauensleuten und der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) die Regie; die Ausbilderinnen und Ausbilder hatten an diesem Tag Pause. Die rund 40 neuen Auszubildenden wurden in vier Gruppen aufgeteilt, sodass jede und jeder einmal an jedem der vier Workshops teilnehmen konnte.
Leon Hafki, politischer Sekretär bei der IG Metall Ostbrandenburg und zuständig für die Jugendarbeit, stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn seines Workshops das Leitbild der Gewerkschaft vor: Nur zusammen sind wir stark! Errungenschaften der IG Metall wie Tarifvertrage, hohe Löhne, 35-Stunden-Woche seien nur erreicht worden, weil sich viele Kolleginnen und Kollegen geschlossen und gemeinsam mit der IG Metall dafür engagiert hätten, so Hafki. „Wenn nicht nahezu alle Kolleginnen und Kollegen im Stahlwerk Eisenhüttenstadt in der IG Metall wären, hätten sie dort nicht so gute Arbeitsbedingungen“, sagte Hafki und stellte unmissverständlich klar: „Die IG Metall seid ihr! Wir Hauptamtlichen sind dafür da, euch organisatorisch zu unterstützen, damit ihr gute Gewerkschaftsarbeit machen könnt.“
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) war mit sämtlichen Vertreterinnen und Vertretern des siebenköpfigen Gremiums vor Ort und erläuterte ihre Rolle als „Rechtsanwälte der Azubis“. „Die JAV ist der Garant dafür, dass der Arbeitgeber seine Pflichten und Aufgaben gegenüber den Auszubildenden einhält“, erläuterte Markus Rost, Vorsitzender der JAV.
Die Rolle der IG Metall-Vertrauensleute im Betrieb erläuterten Orestes Thielecke und Carolin Präkels. „Vertrauensleute sind Ansprechpartner und Stimme der IG Metall-Mitglieder im Betrieb“, so Carolin Präkels. „Die Vertrauensleute sind das Sprachrohr der Mannschaft.“
Vom Betriebsrat standen Sandro Fabian und Steffen Hink den Auszubildenden Rede und Antwort. „Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber, bringt Demokratie in die Arbeitswelt und sorgt für sichere Arbeitsplätze und faire Arbeitsbedingungen“, sagte Betriebsrat Steffen Hink. „Darum ist es wichtig, dass der Betriebsrat eine starke Stellung im Unternehmen hat. Und dafür ist es wiederum wichtig, dass sich möglichst viele Kolleginnen und Kollegen an der Wahl des Betriebsrates beteiligen.“