IG Metall Ostbrandenburg
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30.10.2020, 10:10 Uhr

Stahlaktionstag in Eisenhüttenstadt am 1. Oktober 2020

Metallerinnen und Metaller demonstrieren gemeinsam für eine starke Region

  • 29.09.2020
  • Aktuelles, Stahl | ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

Unter dem Motto „Unser Herz aus Stahl hat eine grüne Zukunft“ veranstaltet die IG Metall Ostbrandenburg am Donnerstag, 1. Oktober 2020, einen Aktionstag in Eisenhüttenstadt. Ziel der Veranstaltung ist, die Forderungen der IG Metall für eine zukunftsfähige Stahlindustrie in die Öffentlichkeit zu tragen und sich gemeinsam für eine starke Region einzusetzen.

„Unser Herz aus Stahl hat eine grüne Zukunft“ lautet das Motto des Stahlaktionstages am 1. Oktober in Eisenhüttenstadt.

Die IG Metall Ostbrandenburg kämpft dafür, dass das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt eine langfristige Perspektive hat.

Die Veranstaltung beginnt um 9.00 Uhr mit einer Aktion der IG Metall-Jugend am Ortsteileingang Schönfließ. „Wir sitzen alle in einem Boot. Die Kumpel von EKO Stahl“ steht dort auf der Bramme. Unter diesem Motto wollen die Jugendlichen ihre Forderungen an die Politik und die Öffentlichkeit richten. Im Kern geht es dabei um die Sicherung von Ausbildungsplätzen während der Corona-Krise. Die Hauptkundgebung des Aktionstages startet um 11.30 Uhr am großen EKO-Eingangsbogen der Schönfließwache (Tor 2). In einer aktiven Mittagspause ziehen die Metallerinnen und Metaller zur Traditionsbramme am Eisenhüttenstädter Busbahnhof, wo sie ihre Forderungen für eine zukunftsfähige Stahlindustrie an die Politik präsentieren werden. Der IG Metall-Roadshow-Informationsstand lädt alle Menschen aus der Region bis 16.00 Uhr dazu ein, Näheres zum Thema „Stahl ist Zukunft“ zu erfahren. Auch für das leibliche Wohl ist selbstverständlich gesorgt.

„Die IG Metall und die Stahlindustrie bekennen sich in vollem Umfang zu den Klimazielen. Das erklärte Ziel ist es, bis 2050 eine klimaneutrale Stahlproduktion in Deutschland zu etablieren“, sagt Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg, „Die Bundesregierung hat sich dazu bekannt, die Stahlindustrie zu stärken. Jetzt geht es darum, dieses Bekenntnis auch umzusetzen.“ Das Stahlwerk in Eisenhüttenstadt sei jetzt schon eines der modernsten und umweltfreundlichsten der Welt, so Wachsmann: „Die Politik muss daher auch alles tun, um diesen Entwicklungsmotor mit seinen tariflichen Errungenschaften, von denen die Lohn- und Arbeitsbedingungen der ganzen Region profitieren, in der Region zu erhalten.“

Um diese Ziele zu erreichen, muss jetzt das Handlungskonzept Stahl von der Politik konsequent umgesetzt werden. „Wir fordern als IG Metall zum Beispiel eine Forschungs- und Investitionsförderung. Dazu gehören unter Anderem auch Strom aus regenerativen Energien und der Aufbau von Wasserstoffkapazitäten inklusive der dazugehörigen Leitungsnetze“, so Wachsmann. „Wenn wir faire Wettbewerbsbedingungen auf dem globalen Markt erreichen wollen, benötigen wir unbedingt handelspolitische Maßnahmen zum Schutz von klimafreundlich produziertem Stahl. Dazu bedarf es politischer Maßnahmen, die verhindern, dass energieintensive Industrien aus Kostengründen ins Ausland abwandern, wo Umwelt- und Klimaschutz keine Rolle spielen und wo es keinen Emissionsrechtehandel gibt.“ Um klimafreundlichen Stahl zu fördern, brauche es auch Instrumente wie zum Beispiel Schutzmaßnahmen gegen steigende Stahlimporte zu Dumping-Preisen, so Wachsmann.

„Jetzt muss Geld in die Hand genommen werden. Wir brauchen eine neue Art des Emissionsrechtehandels in Europa. Höhere Produktionskosten für grünen Stahl müssen ausgeglichen und der Wandel der Stahlindustrie muss jetzt vorangetrieben werden“, betont Holger Wachsmann. „Oberste Priorität haben für uns dabei die Beschäftigungssicherung und Qualifizierung der Beschäftigten. Wir als IG Metall werden durch konkrete Zukunftsvereinbarungen in den Betrieben den Rahmen dafür setzen, dass die Kolleginnen und Kollegen diesen Wandel mitgestalten können und davon profitieren.“

Für die Region um Eisenhüttenstadt sei es von zentraler Bedeutung, dass das Stahlwerk und die vielen Beschäftigten bei den Tochterfirmen und Dienstleistern in der Stadt eine langfristige Perspektive haben, so Wachsmann: „Darum müssen wir und die Politik alles tun, damit das Werk auch in den kommenden Jahrzehnten produzieren und dadurch langfristig tausende Arbeitsplätze in einer starken Region sichern kann.“