Holz und Kunststoff

Tarifabschluss für Holz verarbeitende Industrie in Berlin-Brandenburg in schwieriger 3. Verhandlungsrunde erzielt

23.02.2026 | Nach äußerst anspruchsvollen und zähen Verhandlungen sowie mehreren Aktionen bei Sonae Arauco in Beeskow (SAB) hat die IG Metall in der dritten Tarifrunde für die Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie einen wichtigen Durchbruch erzielt. Die Erklärungsfrist für beide Verhandlungsergebnisse läuft bis 27. Februar 2026, 12 Uhr.

Der Tarifabschluss für Holz verarbeitende Industrie in Berlin-Brandenburg sichert den Beschäftigten spürbare Verbesserungen. Grafik: IG Metall

Nach intensiven Gesprächen haben die IG Metall und die Arbeitgeberseite am 19. Febraur 2026 ein Verhandlungspaket aus Entgeltsteigerung und verbesserter Wiederinkraftsetzung des gekündigten Manteltarifvertrages sowie des Tarifvertrags über Flexibilisierung der Arbeitszeit vereinbart, das den Beschäftigten der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Berlin-Brandenburg spürbare Verbesserungen sichert. Das Ergebnis beinhaltet auch die geforderte weitere Angleichung an das Entgeltniveau im Tarifgebiet Sachsen-Anhalt. 

Eckpunkte des Verhandlungsergebnis „Entgelt“ 

  • Einmalzahlung von 300 Euro (Beschäftigte) bzw. 150 Euro (Auszubildende)
  • +2,0 Prozent mehr Entgelt ab 1. Juli 2026
  • +3,5 Prozent mehr Entgelt ab 1. August 2027 
  • Überproportionale Steigerung der Ausbildungsvergütungen jeweils zu August 2026 und August 2027 in allen Lehrjahren 
  • extra Erhöhung in den untersten Entgeltgruppen 
  • 26 Monate Laufzeit bis Ende Februar 2028.

Der gekündigte Manteltarifvertrag sowie der Tarifvertrag zur Arbeitszeitflexibilisierung werden zum 1. Januar 2026 mit folgenden Änderungen wieder in Kraft gesetzt. 

  • Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 38 Stunden ab 1. Januar 2027 mit vollem Entgeltausgleich 
  • Streichung der Einschränkungen von Mehrarbeitszuschlägen in Teilzeitarbeit 
  • Verkürzung der nachwirkenden Friedenspflicht von 5 Monaten auf 6 Wochen 
  • Eine Kündigung der Tarifverträge ist zu Ende 2029 möglich und hat das Potenzial für weitere Verbesserungen. 

IG Metall: „Ein hart erkämpftes, aber wichtiges Signal für die Branche Holz- und Kunststoff“ 

„Diese Einigung ist das Ergebnis einer schwierigen Verhandlungsrunde, die neben der Entgelttarifrunde auch die Frage der Arbeitszeit im Fokus hatte. Ab 2027 gilt neben Sachsen auch in Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt die 38-Stunden-Woche“, betont Ralf Köhler, Verhandlungsführer der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Wir haben dem massivem Druck der Arbeitgeberseite standgehalten und Verbesserungen im Sinne einer weiteren Angleichung für die Beschäftigten durchgesetzt.“ 

Stark beeinflusst wurde die Tarifrunde von der Auseinandersetzung um kürzere Arbeitszeiten bei Sonae Arauco in Beeskow (SAB). Hier wurde nach rund einjähriger Verhandlung im Oktober 2025 ein Ergebnis erzielt, dessen tarifvertragliche Umsetzung wegen unterschiedlicher Ansichten zu wesentlichen Grundsatzfragen nicht erfolgen konnte. Der jetzt erzielte und oben beschriebene Kompromiss greift das ursprüngliche Ansinnen der IG Metall-Mitglieder in anderer Form auf. Wir werden zeitnah zu den Details und Auswirkungen in unseren verbandsgebundenen Betrieben informieren.

Auch der Metaller und SAB-Betriebsratsvorsitzende Jörn Krumnow, Mitglied der Verhandlungskommission, ist mit dem erreichten Ergebnis zufrieden. „Die Verhandlungen waren sehr zäh und langwierig“, so Krumnow. „Angesichts der herausfordernden Zeiten haben wir das Bestmögliche herausgeholt.“

 

Von: mr/vw

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