IG Metall Ostbrandenburg
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25.05.2019, 05:05 Uhr

Delegiertenversammlung

Wolfgang Lemb fordert gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West

  • 08.03.2019
  • Aktuelles

„Die Herstellung sozialer Gerechtigkeit und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West sind ein zentrales Anliegen der IG Metall“, betonte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und verantwortlich für das Projekt „Zukunft Ost“ der IG Metall, in seinem Gastvortrag auf der 1. Delegiertenversammlung in Fürstenwalde am 7. März.

Wolfgang Lemb bei seinem Vortrag in Fürstenwalde - Fotos: Volker Wartmann

Esther Block, Zweite Bevollmächtigte, Gast Wolfgang Lemb und Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter

Voraussetzung dafür sei eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und gute Arbeit für die Menschen. Das gelte für ostdeutsche Ballungsgebiete und den ländlichen Raum gleichermaßen.

Wolfgang Lemb widersprach damit energisch den Vorschlägen, die der Wirtschaftsforscher Reint E. Gropp, Leiter des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), veröffentlicht hatte. Gropp forderte, dass man sich auf Investitionen in großen Städten statt in den ländlichen Raum konzentrieren müsse und dass das Bestehen auf gleichwertige Lebensverhältnisse in die Irre geführt habe. Lemb sagte, dies sei „unverantwortlich und ein Schlag ins Gesicht ostdeutscher Bürger und Bürgerinnen.“

Konzentration von Investitionen auf Städte ist unverantwortlich
Lemb betonte, dass vielmehr die Attraktivität des Arbeitsstandortes Ostdeutschland flächendeckend zu steigern sei und damit Gerechtigkeit und gleiche Lebensperspektiven hergestellt werden müssten. „Das erfordert Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine gezielte Industrie-, Wirtschafts- und Förderpolitik, mehr Mitbestimmung in den Betrieben sowie den Ausbau der Tarifbindung.“, so Lemb.

Eine stärkere Tarifbindung ist nach Ansicht von Lemb die wichtigste Voraussetzung für die überfällige Angleichung der Arbeits- und Lebensbedingungen in West- und Ostdeutschland. Lemb berichtete, dass die IG Metall für eine Angleichung der Arbeitszeiten in Ost und West noch im März Gespräche mit den Arbeitgebern aufnehmen werde.

Transformation sozial, ökologisch und demokratisch gestalten
Die Transformation unserer Wirtschaft sei in vollem Gange, betonte Lemb. Bis 2035 könnten bis zu 1,5 Millionen Jobs wegfallen. Neue Jobs entstünden in anderen Branchen, die andere Qualifikationen erforderten. „Politik muss die Gestaltung der Transformation zu dem Kernprojekt machen und die Arbeitgeber müssen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, so Lemb. Ziel der IG Metall sei, „die Transformation sozial, ökologisch und demokratisch zu gestalten.“


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