IG Metall Ostbrandenburg
https://www.igmetall-ostbrandenburg.de/betriebe-tarif/boryszew-oberflaechentechnik/weg-geebnet-betriebliche-tarifkommission-und-geschaeftsfuehrung-von-boryszew-in-prenzlau-trafen-sich/
26.05.2020, 15:05 Uhr

Kampf um Tarifbindung

Weg geebnet: Betriebliche Tarifkommission und Geschäftsführung von Boryszew in Prenzlau trafen sich zum Sondierungsgespräch

  • 16.07.2018
  • Aktuelles, Boryszew Oberflächentechnik

Der erste Schritt in Richtung Tarifvertrag für die Beschäftigten bei Boryszew Oberflächentechnik Deutschland in Prenzlau ist getan. Am Donnerstag, 12. Juli, haben im Vorfeld der ersten Tarifverhandlung nach den Sommerferien erste Sondierungsgespräche zwischen der Geschäftsführung in Prenzlau und der betrieblichen Tarifkommission stattgefunden.

Die betriebliche Tarifkommission unter Führung von Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg (2.v.r.), hat sich mit der Geschäftsführung zum Sondierungsgespräch getroffen. Foto: IG Metall

Die beiden Geschäftsführer von Boryszew in Prenzlau und die betriebliche Tarifkommission unter Führung der IG Metall haben das Treffen genutzt, um Struktur und wesentliche Bestandteile eines künftigen Tarifvertrags zu umschreiben. Die Gespräche hatten das Ziel, den Weg für die erste Tarifverhandlung zu ebnen. Diese ist auf den 4. September 2018 terminiert. Daran werden neben der Geschäftsführung aus Prenzlau auch Vertreter aus der polnischen Boryszew-Gruppe teilnehmen. Im Detail wurden die Forderungen der Beschäftigten am Donnerstag zwar noch nicht benannt, aber es wurden bereits klare Erwartungen formuliert.

Agenda der zu verhandelnden Themen
Schwerpunkte sind die tarifliche Entgeltentwicklung, mehr Gerechtigkeit bei der Entlohnung und mehr Transparenz. „Die Zeiten des Mindestlohns müssen bei Boryszew in Prenzlau schon ganz bald endlich der Vergangenheit angehören“, erklärte Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. Aber nicht nur Fragen nach dem Entgelt sollen ab September Gegenstand der Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und IG Metall sein. Arbeitsplatzbeschreibungen, Tätigkeiten und Eingruppierungen stehen ebenso auf der Agenda der zu verhandelnden Themen wie Urlaubsdauer, Sonderzahlungen und Zuschläge, wie sie zum Beispiel in den Manteltarifverträgen tariflich festgelegt sind. „Noch in diesem Jahr sollten sich erste Erfolge für die Beschäftigten zeigen“, sagte Peter Ernsdorf. „Deshalb haben wir den beiden Geschäftsführern auch bereits im Sondierungsgespräch deutlich gemacht, dass die Erwartungshaltung unserer weiterhin ständig wachsenden Mitgliederschaft sehr hoch ist.“

Tarifverträge sind für Boryszew-Gruppe kein Neuland

Tarifverträge sind für die Boryszew-Gruppe nicht neu. An anderen Standorten der Gruppe gibt es bereits tarifvertragliche Vereinbarungen. Ernsdorf geht deshalb davon aus, dass die Geschäftsführung – unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung – daran interessiert sein dürfte, eine Einigung zu erzielen.

Mit großer Entschlossenheit zum ersten Etappenziel
Über Wochen und Monate hatten die Beschäftigten ihrer Geschäftsführung in Prenzlau und dem Vorstand der Boryszew-Gruppe in Warschau unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ihr entschlossener Kampf nur ein Ziel kennt: den Tarifvertrag für die Kolleginnen und Kollegen in Prenzlau. Zwei erfolgreiche Warnstreiks mit großer Beteiligung und Solidaritätsbekundungen aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik sowie aus anderen Betrieben der Region hatten enormen Druck auf Geschäftsführung in Prenzlau und Vorstand in Polen ausgeübt. Außerdem hatte am 21. Juni ein Gespräch mit SPD-Politikern im Prenzlauer Boryszew Werk stattgefunden. Alle Aktivitäten zusammen, dazu der feste Wille der Kolleginnen und Kollegen, sich nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen zu lassen, und das mediale Echo der Aktionen haben zum ersten Etappensieg geführt: Die Geschäftsführung von Boryszew in Prenzlau hat ihre Verweigerungshaltung aufgegeben und sich bereit erklärt, nun mit der IG Metall über die legitime Forderung nach einem Tarifvertrag zu sprechen und zu verhandeln.


Drucken Drucken