IG Metall Ostbrandenburg
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17.02.2020, 17:02 Uhr

Kampf um Tarifbindung

"Wir erwarten zeitnah eine Einkommensverbesserung für alle Boryszew-Beschäftigten in Prenzlau!"

  • 12.09.2018
  • Aktuelles, Boryszew Oberflächentechnik

Bei Boryszew Oberflächentechnik in Prenzlau hat die erste Tarifverhandlung stattgefunden. Betriebliche Verhandlungskommission unter Führung der IG Metall und Arbeitgeberseite haben in offener und konstruktiver Arbeitsatmosphäre den Weg zur Tarifvertragsbindung für die rund 350 Beschäftigten diskutiert. Mit einem neuen Flugblatt informiert die IG Metall die Kolleginnen und Kollegen über den Stand der Dinge. Die Verhandlungen werden am 4. Oktober 2018 fortgesetzt.

Die Verhandlungskommission hat der Arbeitgeberseite bei Boryszew die Forderungen der IG Metall mit Nachdruck vorgetragen. Foto: IG Metall

Mit einem neuen Flugblatt informiert die IG Metall die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen.

Wichtigstes Ergebnis der ersten Verhandlungsrunde: Die Arbeitgeberseite lehnt eine Tarifvertragsbindung für die Beschäftigten bei Boryszew nicht mehr ab.

Die betriebliche Verhandlungskommission (VeKo) mit Verhandlungsführer Ilko Vehlow, Tarifsekretär im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen, und Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg, hat die Forderungen der IG Metall vorgetragen.

Einkommensverbesserung duldet keinen Aufschub
Mit großem Nachdruck hat die VeKo am Ziel einer Einkommensverbesserung für alle Boryszew-Beschäftigten in Prenzlau festgehalten und die Arbeitgeber wissen lassen: "Vor allem in der Problematik der niedrigen Entgelte erwarten wir zeitnah eine Lösung und die Festschreibung der Verbesserungen in einem ersten Tarifvertrag!" Die anderen Forderungen werden dann Gegenstand der nachfolgenden Verhandlungsrunden sein.

Bekenntnis zum Standort
Die Arbeitgeberseite – vertreten durch Aleksander Czajka, CEO der Boryszew Automative Plastics, und den beiden Geschäftsführern in Prenzlau, Marek Schleiss und Lutz Suhrbier –  lehnt die Anerkennung des Flächentarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie zwar ab, sieht aber inzwischen auch die Notwendigkeit einer Tarifvertragsbindung. Innerhalb der Boryzew-Gruppe nämlich habe das Unternehmen in Prenzlau eine Schlüsselstellung, bedingt durch die Kunden und weil das Werk sehr modern ist.

Dass sie eine motivierte Belegschaft benötigen, um die hohen Ansprüche der Kunden zu befriedigen, ist den Arbeitgebern wohl inzwischen bewusst. Sie haben nicht nur in Tarifverhandlungen eingewilligt, sondern in der ersten Verhandlungsrunde auch erklärt, zum Standort Prenzlau zu stehen. Außerdem haben sie signalisiert, dass sich die Auftragslage, die Kurzarbeit notwendig gemacht hatte, langsam wieder ein wenig entspannt.

"Verhandlungen haben hohen Stellenwert in der Chefetage"
Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg, kommentierte den Tarifauftakt so: "Ohne eine gut organisierte Belegschaft hätten wir dieses Etappenziel niemals erreicht. Nur die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen, sich zu großen Teilen in der IG Metall zu organisieren und sich gemeinsam mit Warnstreiks für unsere gemeinsamen Forderungen stark zu machen, hat dazu geführt, dass die Geschäftsführung ihre Verweigerungshaltung aufgegeben hat. Mit Aleksander Czajka saß ein führender Vertreter der Arbeitgeberseite aus der Boryszew-Gruppe mit am Verhandlungstisch. Das zeigt deutlich: Die Chefetage misst den Verhandlungen inzwischen einen hohen Stellenwert bei."

Devise lautet: "Dranbleiben!"
Verhandlungsführer Ilko Vehlow, Tarifsekretär der IG Metall-Bezirksleitung, sagte zur ersten Runde der Tarifverhandlungen bei Boryszew in Prenzlau: "Die Bereitschaft der Arbeitgeber, mit der IG Metall eine tarifliche Lösung zu finden, ist ein erster großer Erfolg. Dieses Einlenken der Boryszew-Chefetage ist nur durch den geschlossenen und entschlossenen Druck der Belegschaft in Prenzlau erreicht worden. Umso mehr habe ich die erste Verhandlung als sachlich und geprägt von einer offenen Haltung der Geschäftsführung empfunden. Von einer Lösung sind wir aber noch um einiges entfernt. Deshalb kann unsere gemeinsame Devise nur lauten: ,Dranbleiben!'"

Gut organisierte Belegschaften setzen mehr durch - Fortsetzung am 4. Oktober 2018
Die Verhandlungen werden am 4. Oktober 2018 fortgesetzt. Gut organisierte Belegschaften setzen im Betrieb und in Tarifrunden mehr durch. Das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt. Deshalb: "Engagiert Euch weiter mit der IG Metall für mehr Gerechtigkeit. Zeigt auch weiterhin, dass Ihr geschlossen und entschlossen hinter Euren Forderungen steht. Es kommt nach wie vor auf jeden Einzelnen von Euch an. Deshalb macht mit in der IG Metall, wenn Ihr noch nicht Mitglied seid! Nur gemeinsam sind wir dauerhaft stark."


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