IG Metall Ostbrandenburg
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23.01.2022, 11:01 Uhr

Boryszew in Prenzlau

IG Metall Ostbrandenburg kündigt Tarifvertrag und kann Arbeitskampfmaßnahmen nicht mehr ausschließen

  • 16.06.2021
  • Aktuelles, Boryszew Oberflächentechnik

Boryszew lehnt die Einführung des Flächentarifvertrags der Holz- und Kunststoffindustrie sowie eine dauerhafte Entgelterhöhung für 2021 weiterhin ab. Die IG Metall hat die Boryszew-Geschäftsführung erneut aufgefordert, den bestehenden Tarifvertrag ordnungsgemäß umzusetzen und die vereinbarten Entgelterhöhungen zu zahlen. Aufgrund der Verweigerungshaltung der Arbeitgeber droht der Konflikt zu eskalieren.

Foto: IG Metall

In den ersten Tarifverhandlungen hat die IG Metall Ostbrandenburg betont, dass es auf jeden Fall neben der Einführung eines Entgeltsystems auch eine zügige Entgelterhöhung geben muss. „Jetzt ist Schluss mit billig. Die Geduld unserer Mitglieder im Betrieb ist am Ende. Sie haben uns deshalb einstimmig den Auftrag erteilt, den bestehenden Haustarifvertrag zum 31. Juli zu kündigen“, sagt Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. „Ab den 1. August ist die Friedenpflicht vorbei. Das heißt, dann sind Arbeitskampfmaßnahmen möglich, sollte Boryszew seinen Billiglohnkurs nicht ändern.“

In den vergangenen Monaten haben die IG Metall Ostbrandenburg und die Boryszew-Geschäftsführung mehrfach über adäquate Entgelterhöhungen verhandelt – ergebnislos. Die Boryszew-Geschäftsführung ist nicht einmal bereit, den Beschäftigten eine angemessene Einmalzahlung in Form einer Corona-Prämie zu zahlen. „Wir haben die modernsten Anlagen Europas. Dazu müssten auch moderne Löhne gezahlt werden“, sagt Dennis Hoppe, Betriebsratsvorsitzender bei Boryszew und Mitglied der IG Metall-Tarifkommission.

Ziel der IG Metall ist, bei Boryszew das Entgeltsystem der Holz- und Kunststoffindustrie einzuführen. Das lehnt die Geschäftsführung bisher kategorisch ab. „Die Leistungen der Belegschaft mit Lobeshymnen zu rühmen, reicht nicht mehr aus. Es gibt unterschiedliche Löhne auf niedrigem Niveau an vergleichbaren Arbeitsplätzen“, so Holger Wachsmann. „Die Kolleginnen und Kollegen haben es verdient, dass ihre Leistungen entsprechend und fair bezahlt werden. Wenn die Lage jetzt eskalieren sollte, trägt die Geschäftsführung dafür die Verantwortung.“

Die Firma Boryszew in Prenzlau fertigt mit rund 240 Beschäftigten galvanisierte Teile für die Automobilindustrie. Ein großer Teil der Beschäftigten arbeitet zum Mindestlohn.