IG Metall Ostbrandenburg
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28.11.2022, 09:11 Uhr

Internationaler Frauentag am 8. März

IG Metall Ostbrandenburg fordert mehr Tarifverträge und bessere Bezahlung im Niedriglohnsektor

  • 08.03.2022
  • Aktuelles, Politik und Gesellschaft, Frauen, AGA

Der Internationale Frauentag ist seit mehr als 100 Jahren ein Tag, an dem Frauen für die Gleichstellung von Frauen und Männern protestieren. Dieses Jahr fällt der Internationale Frauentag in den Zeitraum der Betriebsratswahlen, die von Anfang März bis Ende Mai stattfinden. Gleichstellung und Mitbestimmung sind eng miteinander verknüpft. In mitbestimmten Betrieben – also solchen, die über einen Betriebsrat verfügen – gibt es deutlich häufiger bessere Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen und mehr Vereinbarungen für flexible Arbeitszeiten.

Geballte Frauenpower bei einer Protestaktion im ArcelorMittal-Stahlwerk in Eisenhüttenstadt. - Foto: Volker Wartmann

„Betriebsräte sorgen oft auch für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in den Betrieben. Damit es mit der Gleichstellung von Frauen und Männern weiter vorangeht, brauchen wir starke Betriebsrätinnen und Betriebsräte, die sich dafür einsetzen“, sagt Holger Wachsmann, Geschäftsführer der IG Metall Ostbrandenburg. „Der wesentliche Fokus im Kampf für Gleichberechtigung sollte vor allem darauf liegen, in schlecht bezahlten Jobs, die ja überwiegend von Frauen ausgeübt werden, eine bessere Bezahlung und mehr Tarifverträge durchzusetzen. Zu viele Frauen arbeiten im Niedriglohnsektor.“

Von entscheidender Wichtigkeit für die Gleichstellung sind die politischen Rahmenbedingungen. Ein aktuelles Negativbeispiel beobachtet die IG Metall bei der geplanten Anhebung der Minijob-Verdienstgrenze. „Die Folge dessen wäre mehr geringfügige Beschäftigte ohne sozialen Schutz“, sagt Holger Wachsmann. Vor allem Frauen wären davon wieder betroffen, da sie überproportional oft in Minijobs beschäftigt sind. Notwendig sei vielmehr eine Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro. „Die Bundesregierung hat ein Jahrzehnt der Gleichstellung angekündigt. Mit ihrem Plan, den Mindestlohn auf zwölf Euro zu erhöhen, macht sie dabei einen großen Schritt nach vorn. Aber ihn mit der Anhebung der Verdienstgrenze der Minijobs zu verknüpfen, ist gleichstellungspolitisch ein Schritt zurück“, so Holger Wachsmann.

Wie es anders gehen kann, zeigt sich im Organisationsbereich der IG Metall: Während in der deutschen Wirtschaft die Vollzeitbeschäftigung von Frauen zwischen 2013 und 2020 nur um fünf Prozent wuchs, waren es im traditionell männlich geprägten Organisationsbereich der IG Metall acht Prozent. Das zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit. Die Teilzeitarbeit hingegen wuchs in der deutschen Wirtschaft stärker als im Organisationsbereich der IG Metall. Tarifvereinbarungen, die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverträgenimmer Vorrang einräumen, sind hierbei ein wesentlicher Faktor.

Jeder Tage, sollte Frauentag sein!